Inmitten der Supply-Chain-Krise ist es für die Einkaufsabteilung von LACROIX wichtig, die Versorgung und Verfügbarkeit der Komponenten zu sichern. Um das Risiko von Obsoleszenz und Lagerausfällen zu verringern und den Lebenszyklus der Produkte zu optimieren, bietet Jean-Pierre Kinn als Leiter des Bereichs Einkauf Neue Geschäfte seinen Kunden eine spezielle „Design for Procurement“ (DfP)-Betreuung an. 

1 – „Design for Procurement“-Experten hinzuziehen, um die Komponenten-Analyse zu erweitern 

Die DfP-Experten stützen sich insbesondere auf die SILICON EXPERT-Software. Diese führt eingehende Analysen der Nomenklatur der Produktkomponenten durch. Die Datenbank der Software wird ständig erweitert und aktualisiert.  

Für jedes neue Entwurfsprojekt, das den DfP-Experten vorgelegt wird, wird detailliert über alle Komponenten und die mit diesen verbundenen Risiken berichtet. Dadurch können die mit Versorgungsproblemen verbundenen Unwägbarkeiten durch den Zugang zu entscheidenden Informationen über das Sourcing der einzelnen elektronischen Komponenten reduziert werden, z. B. zum/zur: 

  • Reifegrad des Bauteils; 
  • Risiko einer Obsoleszenz auf dem Markt; 
  • Anzahl der Bezugsquellen; 
  • Möglichkeit, sie durch alternative Komponenten zu ersetzen. 

 

Bei einem Mangel an Komponenten wird eine einzige Bezugsquelle von unseren Abteilungen automatisch als „kritisches“ Risiko angesehen. Für bestimmte sehr spezifische Komponenten ohne mögliche Alternativen setzen wir dann andere unerlässliche Kriterien wie eine Mindesthaltbarkeit von 10 Jahren oder ein bestimmtes verfügbares Vorratsniveau fest.“

Jean-Pierre Kinn, Leiter Einkauf Neue Geschäfte 

 

Fallstudie: Die Risiken der Komponentenbeschaffung durch 3 teilen 

Dank der Untersuchungen und Empfehlungen der DfP-Experten von LACROIX konnte Tiko, ein Lieferant von vernetzten Geräten zur Optimierung des Energieverbrauchs im Haushalt, seine Versorgungsrisiken um das Dreifache reduzieren. Einige Komponenten wurden durch andere ersetzt, die qualitativ hochwertiger und nicht von Engpässen bedroht sind. Tiko drohte zudem bei vier seiner Komponenten ein kritisches Veralterung-Risiko. Bei der ersten Analyse der BOM („Bill of Materials“) wurden diese durch andere Komponenten ersetzt, die kein solches Risiko mehr aufweisen und den REACH- und ROHS-Normen entsprechen. 

2- Integration der Sourcing-Beschränkungen von Komponenten ab der Produktentwicklung 

Die Integration von „Design for Procurement“-Experten gleich zu Beginn der Produktentwicklung ist der sicherste Weg, das Design zu optimieren und seine Industrialisierung zu sichern. Im aktuellen Kontext wird es immer schwieriger, 100 % des Komponentenbedarfs zu decken. Deshalb ist es entscheidend, Krisensituationen vorzugreifen, indem alle Komponenten sorgfältig ausgewählt werden und eine Vorbereitung auf alle möglichen Szenarien noch vor der Produktion stattfindet.  

Fallstudie: Die Lebensdauer eines Produkts um 2 Jahre verlängern 

 Im Rahmen eines Projekts zur Herstellung der Baustellenampel „Millenium“ für den LACROIX-Bereich City hatte die Sicherung der Nachhaltigkeit der Produktion oberste Priorität. Die Verfügbarkeit der Komponenten wurde dank der Suche nach zusätzlichen Bezugsquellen bis 2028 sichergestellt. Die Verknappungsrisiken, die mehrere seiner Einzelkomponenten betrafen, hätten sonst die Produktion schon ab dem Jahr 2026 unterbrechen können. 

3- Einen Partner auswählen, der besonders gute Beziehungen zu Händlern und Herstellern hat  

Die fünf größten Distributoren von Elektronikkomponenten verteilen sich auf China, die Nordamerika und Europa. Deshalb ist es wichtig, strategische Beziehungen mit ihnen zu entwickeln und dabei gleichermaßen auf direkte Verbindungen zu den zahlreichen Herstellern zu setzen. Die Stärke dieser Partnerschaften ist der Schlüssel zur weiteren Sicherung der Versorgung und zur Senkung der Eigenkosten der Komponenten. 

„Wir haben die strategischen Komponentenlieferanten für unsere Kunden analysiert. Durch diese Arbeit hat sich eine Liste von etwa fünfzehn Partnern ergeben, mit denen wir weiterhin sehr starke Beziehungen aufbauen werden. Dies ermöglicht es uns, Informationen prioritär vor unseren Mitbewerbern zu erhalten, und somit bei unserer Beschaffung einen Schritt voraus zu sein.“

Jean-Pierre Kinn, Leiter Einkauf Neue Geschäfte 

Die Analyse- und Untersuchungsmethode der „Design for Procurement“-Experten beinhaltet auch die Bündelung der Bedürfnisse in der Einkaufsstrategie, um Komponenten zu besonders wettbewerbsfähigen Preisen zu erhalten. 

Fallstudie: Reduzierung der Herstellungskosten eines Produkts um 39 % 

Um die Kosten eines Temperaturkontrollsystems in der Automobilindustrie zu verbessern, hat die Arbeit der „Design for Procurement“-Experten sieben neue Lösungen ergeben, die das ursprüngliche Design ergänzen. Zwei dieser Lösungen ermöglichten es, die Produktionskosten um 39 % zu senken, indem ein Bauteil durch ein anderes mit gleicher Leistung ersetzt wurde. 

LACROIX ist mit einem Mangel an Bauteilen konfrontiert, der seit mehreren Jahren die Elektronikbranche weltweit trifft. Um die Risiken aufgrund von Lieferengpässen zu umgehen, besteht das Ziel der „Design for Procurement“-Experten darin, die Kunden durch ein verstärktes Management der Lieferantenbeziehungen bei der Optimierung ihres Sourcings zu unterstützen.